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2026 wird zum Risikojahr: Großinsolvenzen steigen, strukturelle Schwächen treten offen zutage
Die Anzahl der Firmen, die 2025 einen Insolvenzantrag stellen mussten, liegt auf einem 10‑Jahreshoch. Doch wie sieht es für das Jahr 2026 aus? CRIF wagt eine Prognose und identifiziert die Branchen mit dem aktuell größten Risikofaktor. Wir richten den Blick dabei speziell auf den deutschen Klein- und Mittelstand.
Man darf kein falsches Bild von den Marktausfällen bekommen. Wir unterscheiden zum einen von der Numerik der Ausfälle bei den Marktteilnehmern, die vom nationalen und internationalen Markt verschwinden, durch Firmenzusammenbrüche, wobei sich keine Investoren zur Übernahme aus einem Insolvenzverfahren finden.
Zum anderen berichten die Medien, wie das Handelsblatt auf Basis der Erfahrungen aktueller Restrukturierungsgesellschaften, von einer enormen Zunahme der ausgefallenen und ausfallenden Forderungen im Bereich der Großinsolvenzen, Insolvenzen von hoher wirtschaftlicher Bedeutung.
Deren Ursachen, die im Rückgang der Marktnachfrage liegen, in Entwicklungen nicht nachgefragter Produktbereiche, im Wettbewerbsdruck durch künstliche Intelligenz oder im Exporteinbruch aufgrund internationaler Konkurrenz, sind jedoch häufig nicht identisch mit den Gründen für Insolvenzen im Klein- und Mittelstand.
Wo liegen die Risiken im Klein- und Mittelstand?
CRIF analysiert monatlich das Zahlungsverhalten in den Branchen und beobachtet hierbei Tendenzen.
Welche Branchen stehen im Fokus?
GESUNDHEITS- UND SOZIALWESEN (118 %): Pflegeheime, ambulante Pflegedienste; Reha-Einrichtungen; Sozialträger; Behindertenwerkstätten; Private Kliniken
Ursachen hier:
- Personalknappheit qualifizierter AN
- Tarifsteigerungen ohne ausreichende Refinanzierung
- Hohe Bürokratie- und Dokumentationslast
- Viele Einrichtungen wirtschaftlich am Limit
BAUGEWERBE (116 %): Hoch- und Tiefbauunternehmen; Ausbaugewerbe (Maler, Elektriker, Sanitär; Trockenbau); Bauträger, Generalunternehmer; Straßen- und Gartenbau
Ursachen hier:
- Zinswende → Einbruch im Wohnungsbau
- Materialkosten weiterhin hoch
- Viele Projekte werden gestoppt oder verschoben
- Liquiditätsengpässe durch Vorfinanzierung
GRUNDSTÜCKS- UND WOHNUNGSWESEN (110 %): Immobilienverwalter; Vermietungsgesellschaften; Projektentwickler; Maklerbüros
Ursachen hier:
- Projektentwickler massiv unter Druck durch Zinsen
- Leerstände im Gewerbeimmobilienbereich
- Refinanzierungsprobleme bei Bestandsobjekten
VERARBEITENDES GEWERBE (107 %): Maschinenbau; Metallverarbeitung; Kunststoffindustrie; Lebensmittelproduktion; Automobilzulieferer
Ursachen hier:
- Energiepreise
- Schwache Auslandsnachfrage
- Lieferkettenprobleme; Transformationsdruck (Automotive, Chemie)
HANDEL / KFZ‑REPARATUR (105 %): Einzelhandel stationär; Großhandel; Autohäuser; Werkstätten
Ursachen hier:
- Konsumflaute; Hohe Lagerkosten; Preisdruck durch Onlinehandel; Autohäuser: Absatzprobleme bei E‑Autos
LAND- UND FORSTWIRTSCHAFT, FISCHEREI (105 %): Landwirtschaftliche Betriebe; Forstbetriebe; Fischereibetriebe; Agrarproduzenten
Ursachen hier:
- Internationale Lieferabkommen (wie Mercosur)
- Hohe Energie- und Futtermittelkosten
- Preisdruck durch Handel, enorme Verwaltungsauflagen
- Politische Unsicherheiten
Kreditinformationen von CRIF
Gemeinsame Ursachen aller Branchen sind:
- Zu teure Finanzierungen
- Nachfragerückgang
- Hohe Energie und Personalkosten
- Die geringen Eigenkapitalquote [erkennbar am Bilanzgrade von CRIF]
- Kaum bewältigbare Aufgaben aus dem notwendigen Invest-Druck [Fachkräfte, Verfügbarkeit des Personals, hohe Finanzierungskosten für Projektgeschäfte]
Das Jahr 2026 wird, wie nicht anders zu erwarten war, eine große Herausforderung. Bleiben Sie mit CRIF am Ball. Behalten Sie Ihre Geschäftspartner im MONITORING, möglichst zu 100%. Kostendeckelnde Systeme stehen zur Verfügung. Sprechen Sie uns direkt an.
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